Deutschrock - Harte Töne aus Deutschland

Als 1970 in England der Rock modern wurde, dauerte es nicht lange, bis dieser Trend auch nach Deutschland schwappte. Aber die deutschen Musiker wollten nicht einfach nur die englischen Songs nachspielen, sondern eine eigene Identität finden.

Deutsche Rocker

Bei den Essener Songtagen 1968 gaben die ersten deutschen Rockgruppen ihr Debüt. Dazu gehörten unter anderem Amon Düül, Can und Embryo. In der DDR wurden Gruppen wie die Puhdys und Karat bekannt. In der breiten deutschen Öffentlichkeit wurden die Deutschrocker allerdings kaum wahrgenommen und galten als avantgardistisch. Gruppen wie Tangerine Dream, Klaus Schulze oder auch Wallenstein hatten dagegen im europäischen Ausland große Erfolge und die Gruppe Kraftwerk kam mit ihrem Album sogar in die Top 10 der amerikanischen Billboard Charts.

Kommerzieller Rock

Nach und nach etablierten sich immer mehr Gruppen in den Hitparaden und der Deutschrock wurde ein gutes Geschäft für Produzenten und Künstler. Udo Lindenberg gehörte zu den ersten Künstlern, die mit Deutschrock viel Geld verdienten. Vom Deutsch- zum Krautrock war es nur noch ein kurzer Weg und Gruppen wie beispielsweise Novalis konnten sich dauerhaft etablieren.

Die Mischung aus reinem Rock mit folkloristischen Elementen fand eine große Fangemeinde. Deutscher Rock der ganz anderen Art, die ebenfalls ein großer kommerzieller Erfolg wurde, war zum Beispiel die Musik von Marius Müller-Westernhagen, aber auch die Gruppen Ougenweide konnte mit ihrem mittelalterlichen Rock punkten.

Die neue Generation

Mitte der 1980er Jahre gesellten sich Punk und New Wave zum deutschen Rock und Gruppen wie „Einstürzende Neubauten", Spliff oder auch die Kölner Mundart Gruppe „BAP" wurden populär. Diese Bands sahen sich als Gegenstück zur Neuen Deutschen Welle. Zum Ende der 1980er Jahre kam schließlich eine neue Form des Deutschrocks, die sich stark am Punk orientierte. Künstler wie Nina Hagen und Gruppen wie „Die Ärzte" oder auch die „Toten Hosen" waren die neuen Stars der Szene. Dazu gehörten auch die „Böhsen Onkelz", die sich immer wieder dem Vorwurf des Rechtsradikalismus aussetzen mussten.