Jazz - Meilensteine der Musikgeschichte

Keine andere Musikrichtung ist so vielseitig wie der Jazz. Bis in die heutige Zeit gibt es immer wieder neue Arten, den Jazz zu interpretieren. Seinen Anfang hatte der klassische Jazz aber im Süden der USA.

New Orleans

Erste Jazzbands, die sich um das Jahr 1900 in New Orleans zusammen fanden, orientierten sich an der klassischen Musik in Europa und übernahmen teilweise auch die Klangformation der klassischen Musik. Dazu kam die traditionelle Musik der schwarzen Amerikaner aus den Südstaaten. Gospel, die Musik der so genannten Marching Bands, und auch Negro und Spiritual flossen in den Jazz mit ein.

Die Trompete war das Hauptinstrument, die zum Beispiel Louis Armstrong, einer der bekanntesten Jazzmusiker aller Zeiten, perfekt beherrschte. Durch die damalige Rassentrennung war es nicht möglich, dass weiße und schwarze Musiker zusammen spielten, also gründeten sich verschiedene Bands, die in den Straßen von New Orleans regelrechte Wettkämpfe ausführten. Aus der Musik der „weißen" Jazzbands entwickelte sich später der Dixieland Jazz.

Chicago Jazz

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts kam der Jazz aus den Südstaaten an die Ostküste. Besonders in Chicago etablierte sich eine Jazzszene, deren Stil nicht mehr mit dem des klassischen New Orleans Jazz zu vergleichen war. Nicht länger war die Trompete das dominierende Instrument, sondern das Saxophon. Bekanntester Vertreter des neuen Chicago Jazz war der Saxophonist Bix Beiderbecke.

Swing

1926 kam eine weitere Stilrichtung des Jazz dazu: der Swing. Ausgelöst durch die weltweite Wirtschaftskrise waren Big Bands kein gutes Geschäft mehr und die Musiker besannen sich wieder auf die Jazzbands der früheren Jahre. Neu im Repertoire war eine freie Form des Jazz, in der neben den klassischen Blasinstrumenten auch Streicher eine Rolle spielten. In Europa fand der Gypsy Jazz, eine moderne Form der klassischen Zigeunermusik großen Anklang.

Latin Jazz

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kam eine neue Form dazu, in der sich Jazz und lateinamerikanische Klänge zum Latin Jazz vermischten. Diesen modernen Jazz machte Dizzy Gillespie sehr populär.