Rocksteady - gegen Gewalt

Der Rocksteady war die beherrschende Musik auf Jamaika in der Mitte der 1960er Jahre. Es war die aufkommende Gewalt in den Ghettos von Kingston, aus der schließlich der Rocksteady entstand.

Langsamer Rhythmus

„Rude Boys", die ruppigen Jungs, so nannten sich die Jugendbanden in den Armenvierteln der jamaikanischen Hauptstadt Kingston. Regelmäßig kam es in den „Dancehalls", den Tanzlokalen der Stadt zu Unruhen und auch zu Schlägereien zwischen den „Rude Boys" und anderen Jugendlichen. Um das zu verhindern, wurden die Bands, die in diesen „Dancehalls" spielten, dazu aufgefordert, etwas langsamer zu spielen, damit sich die Gemüter ein wenig beruhigen konnten. Die Musiker verlangsamten den Rhythmus und machten die Musik so auch besser tanzbar. Dieses Konzept funktionierte und es gab weniger Ausschreitungen beim samstäglichen Tanzvergnügen.

Mit Gesang

Beim Rocksteady waren vor allem die E-Gitarre und das Klavier die hauptsächlichen Instrumente. Später kam auch der Gesang dazu und vor allem Gesangstrios fanden sehr großen Anklang. Die Lieder wurden sehr ruhig und langsam vorgetragen und die Texte waren in der Hauptsache schnulzige Liebeslieder. Gruppen wie „The Melodians" und „The Paragons" wurden zu Stars des Rocksteady. Ihre Lieder erinnerten viel an den amerikanischen Soul der 1940er Jahre.

Da das Publikum die schmalzigen Liebeslieder bald nicht mehr hören wollte, wurden die Texte des Rocksteady rauer und hatten andere Themen zum Inhalt. Gruppen wie „The Pioneers" und „Desmond Dekker & The Arces" hatten die „Rude Boys" zum Thema und forderten die Jugendbanden zur Gewaltlosigkeit auf. Weitere Themen waren die Religion, die Lebensregeln und der eigentliche Lebensinhalt. Zu den bekanntesten Künstlern des Rocksteady gehörte unter anderem Derrick Morgan, dessen Song „Thougher than though" auch über die Grenzen von Jamaika hinaus bekannt wurde.

Weiterentwicklung

Als die Zeit der Subkultur der „Rude Boys", die übrigens immer schwarze Anzüge und auffällige Hüte trugen, Ende der 1960er Jahre langsam zu Ende ging, war auch der Rocksteady nicht mehr so gefragt und es entwickelte sich daraus eine neue Musikrichtung: der Reggae.