Swing - Musik einer Ära

Der Swing ist bis heute die bekannteste und wohl auch beliebteste Form des Jazz. Durch den in den 1920er Jahren aufgekommenen Swing wurde der klassische Jazz zum ersten Mal auch tanzbar.

Jazzorchester

Zwischen 1920 und 1930 formierten sich immer mehr Jazzkapellen, die als Vorläufer der späteren Bigbands gelten. Da sich die Formation dieser Jazzbands immer wieder veränderte und auch vergrößerte, sprach man bald von Jazzorchestern. Zunächst waren es nur afroamerikanische Bands, doch mit zunehmender Kommerzialisierung des Swings gab es bald mehr und mehr weiße Jazzorchester, die den Swing dominierten. Aus den ursprünglich sechs bis sieben Musikern der früheren New Orleans Jazzbands, wurden schließlich große Orchester die 17 oder sogar mehr Musiker hatten.

Die Bigband

Swing wurde erst richtig populär, als die Bigbands modern wurden. In der Regel gab es in der klassischen Bigband drei Gruppen: zum einen die Holzbläser, also ein Baritonsaxophon, zwei Tenorsaxophone und zwei Altsaxophone, dazu kamen die Blechbläser, bestehend aus vier Trompeten und Posaunen, und die Rhythmus-Gruppe bestehend aus einem Klavier, einem Bass und dem Schlagzeug.

Nach Bedarf kamen eine Gitarre, Querflöten, Klarinetten oder auch ein Banjo dazu. Die Musik konnte sich zwangsläufig nicht mehr so sehr am Jazz orientieren, da ein Orchester von einer solchen Größe harmonisch spielen musste. Das verlangte nach anderen Arrangements und zudem mussten die Musiker neben einem guten Rhythmusgefühl auch Noten lesen können.

Die Großen des Swings

Das Radio hatte maßgeblichen Anteil an der Popularität des Swings in Amerika. Musiker wie der Klarinettist Benny Goodman und sein Orchester feierten spektakuläre Erfolge. Im Nationalsozialistischen Deutschland war Swing dagegen verpönt und galt als entartete Kunst. In den Tanzlokalen hingen Schilder, die das Tanzen nach Swing Musik unter Strafe stellten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Swing auch in Europa populär. Nicht zuletzt Musiker wie Glenn Miller und seine Bigband machten mit Hits wie „In the Mood", „Chattanooga Choo-Choo" und „Moonlight Serenade" den Swing auch in Deutschland gesellschaftsfähig.